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Aktuelle Zahntrends
Was Sofortimplantat und Sofortbelastung bedeutet
Senoner: „Was mich stutzig macht ist, dass die Implantate via Werbung direkt von den großen internationalen Produzenten an die Konsumenten angeboten werden. Das ist eine neue Dimension. Neue Produkte werden sehr rasch und aggressiv auf den Markt gebracht. Wenn ich da allerdings höre, mit einem Sofortimplantat kann man nach einer Stunde bereits wieder in ein saftiges Steak beißen, dann kann ich nur sagen, ich habe hier Briefe von Leuten, die empfehlen, wir sollten diese Firma gemeinsam verklagen." |

Von links: Ass. Prof. Dr. Rudolf Fürhauser, Univ.-Prof. DDr. Robert Haas, Univ.-Prof. Dr. Georg Mailath-Pokorny von der Implantatakademie, wo die derzeit modernste Technik angewendet wird
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Senoner spricht eine Entwicklung bei den Implantaten an, die immer stärker wird und bei der es noch viel Aufklärungsarbeit bedarf. Prinzipiell gibt es drei Entwicklungen auf dem Gebiet der Implantologie, wie es die Experten der Implantatakademie Univ.-Prod. DDr. Robert Haas, Ass.-Prof. Dr. Rudolf Fürhauser und Univ.-Prof. Dr. Georg Mailath-Pokorny zusammenfassen: „Da ist zum einen die stark verbesserte Diagnostik. Hier ist der Computertomograph (CT) immer häufiger absolut essenziell. Die digitale Volumentomographie, also das strahlungsarme CT, ist quasi in aller Munde und wird innerhalb der nächsten fünf Jahre in den Implantologie-Ordinationen Einzug halten. Weiters lautet der Trend sofort zu extrahieren und zu implantieren, allerdings nur unter optimalen Bedingungen. Und drittens wird mittels einer Kunststoffschablone beim CT im Mund immer mehr navigiert, wie wir das nennen. Dadurch wird vieles, was früher interoperativ, also am doing, entschieden wurde, in die Phase vor der Operation verlegt, wodurch alles für den Patienten besser planbar wird."
Das Resultat dieser Entwicklung: Wenn der Patient über genügend Knochensubstanz und eine gute Gewebestruktur verfügt, ist die Implantation weniger belastend. Zudem verkürzt es die Operationsdauer sehr und es gibt durch gerinnungsprotektive Substanzen kaum noch eine Blutung. Für eine navigierte Geschichte muss man ungefähr eine Woche Vorlaufzeit rechnen. Der Vorteil dabei ist, dass man auch die Versorgung danach vorbereiten und in der Regel den Patienten schon nach einer Stunde wieder heimschicken kann. Fürhauser: „Das wird in Lokalanästhesie gemacht. Also Spritze, Aufsetzen der Schablone, Setzen der Implantate und in den meisten Fällen kommt eine Sofortversorgung, also ein provisorischer Zahn drauf."
Und da liegt der Knackpunkt: Sofortversorgung und Sofortbelastung - das sind zwei verschiedene paar Schuhe. Trotz oft anders lautender Werbungen soll man für die ersten zwei Monate das Beißen auf harte Dinge vermeiden. Fürhauser: „Zwar kann man damit normal essen, sollte aber nicht die besonders harte Rinde kauen, da das Implantat nach sechs Wochen erst von der Natur her ,knöchern eingebaut' wird." Wobei die Belastung sowieso vorhanden ist, sei es durch das weit verbreitete Knirschen in der Nacht oder weil der gesamte Unterkiefer plantiert wurde. Laut den Experten liegt die Implantat-Verlustrate bei ungefähr zwei Prozent.
Und die Kosten? Fürhauser: „Ein Einzelzahnimplantat kostet 1.090 Euro plus 1.300 Euro für die Krone drauf - ohne provisorische Versorgung, die kostet weitere 500 Euro pro Implantat. Eine fix verschraubte Brücke plus vier Implantaten kostet 14.500 Euro bei einem unbezahnten Kiefer mit Sofort-, Zwischen- und definitiver Versorgung. Das ist billiger als früher. Heute zahlt man 14.500 statt 20.000 Euro dafür."
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