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Zahnspange tragen
Mittlerweile gelten Zahnspangen bei Jugendlichen bereits als sexy und cool und sind regelrechte Mode-Accessoires geworden. Ausgelöst haben diesen Boom wohl Prominente wie Britney Spears, Tom Cruise, die Prinzen William und Harry, Whoopi Goldberg und viele andere. Es gibt verschiedene Arten von Zahnspangen: elastische, herausnehmbare, feste (Brackets) und unsichtbare Zahnspangen. Es kann zwischen Keramik-, Metall- und Kunststoffspangen gewählt werden. Im Folgenden werden verschiedene entnehmbare Zahnspangen vorgestellt.
Arten von Zahnspangen
Die Oberkieferdehnplatte findet Verwendung bei Kreuz- und Vorbissen sowie bei Kieferengstand im Oberkiefer. Der Kiefer wird durch Nachstellen der Schrauben auseinandergedrückt. So wird der Kieferknochen zum Wachsen angeregt und der Kieferengstand kann ohne Zahnentfernung behoben werden. Die Unterkieferdehnplatte beseitigt dagegen den Kieferengstand im Unterkiefer. Sie wirkt ähnlich wie die Oberkieferdehnplatte. Man schafft Platz für verdrehte Zähne in dem man den Unterkiefer dehnt.
Durch aktive Platten (Aktivator) werden schiefe Zähne begradigt, der zurückliegende Unterkiefer wird nach vorne geholt, der Oberkiefer wird gedehnt und der Zahnbogen erweitert. Um dies zu erreichen, werden vom Kieferorthopäden oder vom Patienten selbst die Schrauben am Gestell aktiviert, die so auf einzelne Zähne wirken. Die Kiefer- und Zahnfehlstellungen werden durch den anhaltenden Druck, das Nachstellen der Schrauben, Bögen oder Drahtfedern behoben. Bei dieser Zahnspange beträgt die Tragezeit 15 Stunden am Tag.
Die Mundvorhofplatte wird bei Kleinkindern eingesetzt. Durch Zungenpressen, Daumenlutschen und Nägelkauen sind die Schneidezähne bei einigen Kindern nach vorn gekippt. Behoben wird diese Fehlstellung dadurch, dass die Platte zwischen der vorderen Zahnreihe und den Lippen getragen wird. Der Druck, den die Lippen auf die Platte ausüben, wird auf die Schneidezähne übertragen. So werden die vorderen Zähne nach hinten geschoben. Zusätzlich kann ein so genanntes Zungengitter eingearbeitet werden, um zu verhindern, dass die Zunge die Zähne wieder nach vorn schiebt.
Durch den Bionator werden offene Frontzahnbisse geschlossen und die Zähne verschoben. Ober- und Unterkiefer werden beim Zusammenbeißen zu einer Einheit "verschweißt". Der Bionator wirkt passiv, da durch gezielt gesteuerte Umlenkung und Ausnutzung der Muskelkräfte einzelne Zähne bewegt werden.
Der Headgear ist wohl die unbeliebteste Zahnspange bei Kindern und Jugendlichen. Durch diese Apparatur kann der Biss gehoben oder gesenkt und der Molare des Oberkiefers nach hinten bewegt werden. Allerdings ist die Optik dieses Gerätes wohl eher abschreckend. Der Headgear wird an den Metallbändern der Molaren festgehängt und mit einem Nackenband durch Innen- und Außenbogen verbunden. Je nach dem wie die Zugrichtung eingestellt wird, können Zähne herausbewegt oder in den Kiefer hinein geschoben werden. Bei dieser Methode beträgt die Tragezeit unschöne 16 Stunden am Tag.
Die sehr viel schönere Methode ist wohl der Invisalign. Er ermöglicht es, viele verschiedene Fehlstellungen zu begradigen. So zum Beispiel das Schließen von Lücken, die Begradigung von einzelnen Zähnen, von Engstand und stark gekippten Zähnen. Invisalign wird aber erst mit 16 Jahren eingesetzt, da alle Zähne vollständig durchgebrochen sein müssen. Diese Apparatur ist so gut wie unsichtbar und schränkt den Träger nicht beim Sprechen ein. Es werden zwischen 12 und 50 transparente Schienen (Aligners) verwendet. Die Schienen müssen aller zwei Wochen gewechselt werden und der Patient muss sie 22 Stunden am Tag tragen.
Zahnspangen mit Magnetführungssystem begradigen Zahnfehlstellungen. Diese Methode ist eine Kombination aus Bionator und Aktivator. Das Zusammenbeißen von Ober- und Unterkiefer wird kontrolliert geführt. Durch Magnete an der Klammer wird der Mund geschlossen gehalten. Feste Zahnspangen funktionieren alle gleich: auf die Zähne werden Brackets geklebt, durch welche ein Draht geführt ist. Dieser Draht führt je nach Einstellung einen bestimmten Zug oder Druck aus.
Pflege und Reinigung der Zahnspangen
Die Pflege bei herausnehmbaren Zahnspangen ist im Gegensatz zu festen Zahnspangen sehr einfach. Die Zahnspange wird am Kunststoffteil unter fließendes warmes Wasser gehalten und mit einer Zahnbürste gereinigt. Allerdings nicht mit derselben, mit der die Zähne geputzt werden. Reinigt man die Zahnspange täglich, sind Reinigungstabletten nicht nötig. Wenn die Zahnspange nicht getragen wird, sollte sie in einer Zahnspangendose aufbewahrt werden. Die Zahnspange sollte nach jeder Mahlzeit gereinigt werden, aber bitte niemals kochen, da sie sich sonst verformt und nicht mehr passt.
Bei festen Zahnspangen ist die Pflege um einiges komplizierter. Hier sollte eine mittelharte Kurzkopf-Zahnbürste benutzt werden. Als erstes sollte man den Mund kräftig mit Wasser ausspülen. Anschließend wird der Bereich zwischen Brackets und Zahnfleisch geputzt. Danach werden die Brackets selbst und der Bereich darum gereinigt. Nun die Kau- und Innenflächen der Zähne putzen. Zum Schluss den Mund noch einmal ausspülen und schauen, ob nicht noch irgendetwas übersehen wurde, gegebenenfalls diese Stellen noch einmal putzen.
Vorteile und Nachteile von Zahnspangen
Natürlich beinhaltet der Gebrauch von Zahnspangen sowohl Vor- als auch Nachteile. Der Vorteil, der wohl am meisten ins Gewicht fällt, sind eindeutig die schönen und geraden Zähne. Doch auch der modische Aspekt der Brackets, die in vielen verschiedenen Farben erhältlich sind, ist ein wichtiger Punkt für Kinder und Jugendliche, sich für eine Zahnspange zu entscheiden. Auch die Grundgerüste aus Kunststoff kann man sich individuell in verschiedenen Farben anfertigen lassen.
Festsitzende Zahnspangen sind unabhängig vom Alter einsetzbar, selbst Zahnfehlstellungen bei Erwachsenen können so noch behandelt werden. Doch auch die herausnehmbaren Zahnspangen bieten gegenüber festen Zahnspangen einige Vorteile, wie zum Beispiel die Erleichterung der Mundhygiene. Herausnehmbare Zahnspangen ermöglichen außerdem eine frühe Behandlung der Zähne und des Kiefers. Die Behandlungen können sogar ohne großen Schaden kurzfristig unterbrochen werden.
Nachteilig ist, dass heutzutage schon die geringsten Fehlstellungen durch Zahnspangen und Klammern korrigiert werden. Bei festen Zahnspangen bestehen die Nachteile vor allem darin, dass das Essen mit Brackets zu einer regelrechten Tortur werden kann. Außerdem stellen die festen Zahnspangen einen dauerhaften Eingriff in den Alltag dar, und es gibt viele Vorschriften, die eingehalten werden müssen, vor allem bei der Mundhygiene, die aufwendig und schwierig ist. Zu harte Lebensmittel müssen vermieden werden, wenn man die Zahnspange zum Essen nicht herausnehmen kann, um Beschädigungen an der Zahnspange zu vermeiden.
Bei herausnehmbaren Zahnspangen zeigen sich die Probleme beim Sprechen. Außerdem ist die Mitarbeit des Patienten unbedingt nötig, da er sich an die Tragezeiten halten muss. Oftmals dauert bei herausnehmbaren Zahnspangen die Behandlung länger als bei festen. Die herausnehmbaren Apparaturen können verloren oder kaputt gehen.
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