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Zahnpflege und Vorbeugung
Zahnprophylaxe beim Kind
Richtiges Zähneputzen
Eltern sollten ihrem Kind schon sehr früh das richtige Zähneputzen beibringen. Dabei muss das Kind zunächst lernen, in einem Spiegel die Zähne zu betrachten und den Putzvorgang auch immer im Spiegel mitzuverfolgen. Ein Elternteil stellt sich am besten immer hinter das Kind und hilft, die Zahnbürste in der Kinderfaust richtig zu führen.
Im Folgenden wird die so genannte KAI-Methode vorgestellt, anhand derer das Kind entsprechend seiner altersbedingten Fähigkeiten nach und nach das Zähneputzen erlernt:

K=Kauflächen
Zunächst wird lediglich auf den Kauflächen hin und her geschrubbt, wobei immer am hintersten Zahn angefangen wird: erst rechts unten, dann rechts oben, dann links unten und dann links oben.
Wenn die Kinder die Kauflächen richtig putzen können, was meist mit ca. viereinhalb Jahren der Fall ist, kann der nächste Schritt beigebracht werden.
A=Außenflächen
Bei leicht geöffnetem Mund werden die Zahnaußenflächen in kreisförmigen Bewegungen gereinigt, es werden "Kreise und Bälle auf die Zähne gemalt".
Gleiches Schema: erst rechts unten, dann rechts oben, dann links unten und dann links oben.
Ältere Vorschulkinder können mit dem dritten Schritt beginnen:
I=Innenflächen
Hierbei wird die Zahnbürste an den Zahninnenflächen von "rot nach weiß", also vom Zahnfleisch in Richtung Zahn geführt.
Gleiches Schema: erst rechts unten, dann rechts oben, dann links unten und dann links oben.
Alle drei Schritte nacheinander ergeben ein kindgerechtes Putzschema.
Ernährungsverhalten
Gerade das Thema Süßigkeiten ist ein sehr wichtiger, aber auch schwieriger Punkt bei der zahngesunden Ernährung von Kindern. Dabei geht es jedoch nicht darum, den Kindern generell Süßes zu verbieten, weil dies oftmals die Gefahr erhöht, dass sie heimlich Naschen. Es ist ausreichend, den Kindern einige einfache Regeln bezüglich Süßem und Naschen nah zu bringen.
Süßigkeiten-Regeln:
- nach dem Frühstück Zähne putzen
- zuckerfreier Vormittag
- nachmittags nicht ständig naschen; lieber eine große Portion als viele kleine Portionen über einen längeren Zeitraum verteilt
- nach dem abendlichen Zähneputzen keine zuckerhaltigen Getränke und Lebensmittel
Weitere Tipps für die Eltern
- Am besten schon im Babyalter ungesüßte Kost verwenden, damit das Kind sich nicht gleich an einen süßen Geschmack gewöhnt.
- Verwenden Sie für die Flaschenernährung keine zuckerhaltigen Getränke (z.B. Instant-Tees).
- Viele Lebensmittel enthalten versteckte Zucker: Bananen, Getränke mit Fruchtfleisch, Joghurt, Müsli, Produkte mit Honig; auch Ketschup und Chips sind zahnschädigend.
- Kaugummikauen nach Mahlzeiten unterstützt die mechanische Reinigung der Zähne und fördert den positiv wirkenden Speichelfluss.
- Lieber ab und zu "viel" Süßes in einer Portion zulassen und am besten danach Zähne putzen als hier und da eine kleine Portion.
- Auch augenscheinlich kinderfreundliche Produkte wie Kinderschokolade enthalten viel Zucker; daher den Zuckergehalt immer auf den Packungsangaben überprüfen!
- Auch Produkte mit der Aufschrift "ohne Zuckerzusatz" können Zucker enthalten!
Zahnfreundliche Süßigkeiten enthalten das "Zahnmännchen mit Schirm"-Logo.
Achtung auch bei sauren Obstsorten: Der übermäßige Verzehr kann den Zahnschmelz angreifen. Um einen Abrieb des angegriffenen Zahnschmelzes durch die Zahnbürste zu vermeiden, sollten die Zähne nicht direkt nach dem Verzehr geputzt werden. Man sollte nach der Aufnahme von Obst und Fruchtsäften immer einige Zeit mit dem Zähneputzen warten, bis die Säure auf natürlichem Weg durch den Speichel neutralisiert wurde, oder den Mund mit Wasser spülen.
Fluoridierung
Die Versorgung der Kinderzähne mit Fluorid ist durch regelmäßige Anwendung von Kinderzahnpasta sowie Benutzung von fluoridiertem Salz im Haushalt in der Regel ausreichend. Trotzdem sollte die Fluoridversorgung mit dem Zahnarzt abgesprochen werden. Er kann ab einem bestimmten Alter des Kinds auch zusätzliche Maßnahmen wie hochkonzentrierte Fluoridgelees oder die Anwendung von Fluoridlacken verschreiben. Auch ist in Absprache mit dem Zahnarzt die Behandlung mit Fluorid-Lutschtabletten in manchen Fällen sinnvoll.
Regelmäßige Kontrolle
Halbjährliche Kontrollen der Zähne durch den Zahnarzt sind auch im Kleinkindalter schon zu empfehlen. Der erste Zahnarztbesuch sollte nach dem vollständigen Durchbruch der Milchzähne, also im Alter von ca. zwei Jahren, stattfinden. Hierbei geht es auch darum, die Angst vor dem Zahnarzt zu nehmen bzw. sie gar nicht erst entstehen zu lassen, indem das Kind langsam und ohne Schmerzen an die Geschehnisse in der Zahnarztpraxis herangeführt wird. Warten die Eltern mit dem Gang zum Zahnarzt, bis das Kind das erste Mal Zahnschmerzen hat und eine Behandlung mit dem Bohrer notwendig ist, so ist der Grundstein für Angst vor Zahnarztbesuchen bereits gelegt.
Quelle: www.onmeda.de
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