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Zahnpflege und Vorbeugung
Richtige Werkzeuge für Zahnpflege und Mundhygiene
Ein sauberer Zahn kennt keine Karies. Wir zeigen Ihnen das richtige Werkzeug für Nascher, Faule und Fingerfertige.
Basisausstattung für Putzmuffel
Über Zahncreme
Zahncreme: Jede Paste enthält Putzkörper aus Kreide oder so genannten Silikatverbindungen. Diese Partikel reinigen die Zahnoberfläche wie Scheuermittel ein schmutziges Waschbecken. Ist das Scheuermittel zu grob, zerkratzt es das Waschbecken. So ist das auch bei Zahncreme: Eine, die zwischen den Zähnen knirscht, ist zum ein- bis zweimaligen Entfernen von Verfärbungen durch Kaffee oder Rotwein geeignet. Aber nicht zum täglichen Putzen. Eine gute Zahncreme enthält Fluorid. Das härtet den Zahnschmelz, und Bakterien haben es schwerer, sich darauf anzuheften. Amin- und Zinnfluorid sind sehr wirksam, denn sie legen sich wie ein Mantel um die Zähne. Wenn Sie nach dem Putzen die Zahncreme nicht aus spülen, sondern nur ausspucken, verstärken Sie diesen Schutzeffekt. Aminfluorid findet sich zum Beispiel in Elmex, Zinnfluorid in Meridol.
Neuerdings finden Sie „homöopathietaugliche" Zahncreme im Handel. Sie enthält weder Pfefferminzöl noch Menthol, zwei Wirkstoffe, die man während einer homöopathischen Behandlung meiden sollte. Kristiane Klamroth, Homöopathin in Hamburg, bewertet den Nutzen dieses „Extras" skeptisch: „Das ist eher ein Marketingtrick. Die Pfefferminzöl- und Mentholmenge in normaler Zahncreme ist so gering, dass ich während meiner 16-jährigen Erfahrung keinen Einfluss auf meine Behandlungen bemerkt habe."
Um die passende Zahnpasta finden zu können, müssen Sie wissen, welche Wirkung die einzelnen Inhaltsstoffe haben, die auf der Packung oder der Tube angegeben sind.
Schützt Zahncreme vor Karies?
Bei der Reinigung der Zähne kommt es vor allem darauf an, daß Sie die richtige Technik beherrschen; die Zahncreme hat dabei eine unterstützende Funktion.
Die meisten Zahncremes enthalten nämlich Fluoride, die Karies vorbeugen. Amin- und Natriumfluoride sind am wirksamsten, weil sie durch Karies entkalkte Stellen im Zahnschmelz wieder remineralisieren können.
Kaufen Sie also in jedem Fall eine fluoridierte Zahncreme.
Mit Zahncremes gegen Zahnstein
Zahncremes mit Anti-Zahnstein-Wirkstoffen (meist Pyrophosphate oder Zinkverbindungen) können eine Neubildung von Zahnstein tatsächlich in recht beachtlichem Maße einschränken, nämlich bis zu 50 Prozent. Allerdings können sie vorhandenen Zahnstein nicht auflösen, unter dem Zahnfleisch liegenden Zahnstein nicht entfernen. Wenn Sie die Zähne aber regelmäßig und richtig putzen, kann sich Zahnstein nicht bilden, weil sich keine Beläge ansetzen.
- Entsteht bei Ihnen Zahnstein, obwohl Sie die Zähne regelmäßig putzen, dann machen Sie irgendetwas falsch - überprüfen Sie in diesem Fall Ihre Putztechnik.
Zahncreme – „Aus“ für empfindliche Zahnhälse?
Die in Zahnpasten zur Behandlung überempfindlicher Zahnhälse enthaltenen Wirkstoffe (Kaliumverbindungen und Hydroxylapatit) lindern, bei regelmäßiger Anwendung, eindeutig die Beschwerden.
- Wenn Sie unter empfindlichen Zahnhälsen leiden, sollten Sie die Ursache dafür unbedingt von Ihrem Zahnarzt klären lassen. Versuchen Sie bitte nicht, das Problem allein mit Zahnpasta in den Griff zu bekommen; es wird Ihnen sicher nicht gelingen.
Hilft Zahncreme bei Parodontitis?
Zahnfleischbluten und Mundgeruch sind, soweit keine anderen körperlichen Ursachen vorliegen, mögliche Anzeichen einer beginnenden Parodontitis.
Für eine wirksame Behandlung der Parodontitis mit Hilfe einer Zahncreme oder eines Mundwassers gibt es bis heute keinen geeigneten Wirkstoff; diese Erkrankung muß in jedem Fall der Zahnarzt behandeln.
Zahncreme für weiße Zähne?
Durch Nikotin, Tee oder auch Rotwein verfärbte Zähne können Sie mit einer Zahncreme putzen, die „Weißmacher“ enthält - grobe Schleifmittel, die wie Schmirgelpapier wirken und den Zahnschmelz angreifen können.
Bei von Natur aus gelblichen Zähnen und bei Zahnverfärbungen durch Medikamente helfen die Weißmacher nicht.
Zahncremes mit Weißmachern sollten Sie möglichst nicht ständig benutzen, sondern nur dann, wenn Sie einem Laster - zum Beispiel dem Rauchen - mal stärker frönen.
Die richtige Zahnbürste
Zahnbürste: Zwei Dinge muss sie erfüllen. Sie muss einen kleinen Bürstenkopf haben, so groß wie zwei Backenzähne, und sie muss runde Borsten haben, damit sie das Zahnfleisch nicht verletzt. Dicke Außenborsten, die das Zahnfleisch massieren sollen, sind überflüssig, da das Zahnfleisch durchs Kauen genug durchblutet wird. Die Borsten sollten mittelweich oder weich sein, sonst schrubben Sie nicht nur die Beläge, sondern auch den Zahnschmelz weg. Nach sechs bis acht Wochen werden die Borstenspröde und zum Bakteriensiedlungsgebiet - Zeit für eine neue Bürste.
Viele Verbraucher stehen ratlos vor der Vielzahl verschiedenartiger Zahnbürsten, die heute angeboten werden.
► Wenn Sie auf diese Punkte achten, finden Sie die richtige Zahnbürste:
- Empfehlenswert sind Kurzkopfbürsten mit einem 25 bis 30 mm langen Bürstenfeld. Sie sind handlicher als Bürsten mit langem Bürstenkopf: Mit ihnen können Sie schwer zugängliche Bereiche, beispielsweise die Backenzähne, besser erreichen.
- Damit das Zahnfleisch beim Putzen nicht verletzt wird, sollte der Bürstenkopf gut abgerundet sein. Immer wieder auftretende Zahnfleischverletzungen können nämlich zu Zahnfleischschwund führen, weil das verletzte Gewebe versucht, die Irritation zu vermeiden und deshalb zurückweicht.
- Achten Sie darauf, daß die einzelnen Borsten abgerundet und in engen Büscheln auf dem Bürstenkopf angeordnet sind (multi-tufted Bürstenfeld). Solche Bürsten haben eine optimale Reinigungsfläche, durch die der Druck beim Putzen gleichmäßig auf die Zähne und das Zahnfleisch verteilt wird.
- Eine mittelharte Bürste ist für die meisten Menschen geeignet. Sollten Sie besondere Zahnprobleme haben, beispielsweise Parodontitis, fragen Sie Ihren Zahnarzt, welche Zahnbürste Sie benutzen sollen.
- Auch wenn Sie auf die Verwendung möglichst natürlicher Materialien Wert legen, bei den Borsten Ihrer Zahnbürsten sollten Sie Kunststoff den Vorzug geben. Naturborsten quellen nämlich auf und bieten damit ein ideales Klima für Bakterien. Außerdem brechen Naturborsten leicht ab; es entstehen scharfe Kanten, die das Zahnfleisch verletzen und zu Zahnfleischrückgang führen können.
- Bei Kinderzahnbürsten müssen Sie auch auf die Gestaltung des Stieles achten: Er sollte etwas dicker sein als die normalen Stiele, damit Ihr Kind ihn gut greifen kann.
- Wer sich umweltgerecht verhalten möchte, kann Zahnbürsten kaufen, bei denen lediglich der Bürstenkopf ausgewechselt werden muß. Eine zeitgemäße Entwicklung, die zudem preisgünstig ist.
Die Pflege der Zahnbürste
Zur Gesunderhaltung Ihrer Zähne genügt es nicht, sie regelmäßig zu putzen, auch Ihre Zahnbürsten müssen Sie konsequent pflegen:
- Nach jedem Putzen muß die Zahnbürste unter fließendem Wasser abgespült werden, weil Zahncreme, Speisereste und Bakterien daran haften. Reinigen Sie die Zahnbürste nicht gründlich, dann bringen Sie beim nächsten Zähneputzen die aus der Mundhöhle entfernten Bakterien wieder dorthin zurück.
- Die Zahnbürste muß zwischen den Anwendungen trocknen können, im feuchten Milieu vermehren sich sonst Bakterien, außerdem verformen sich die Borsten schnell. Wenn Sie mehrmals am Tag die Zähne putzen, sollten Sie zwei Zahnbürsten im Wechsel verwenden.
- Wie gut auch immer Sie Ihre Zahnbürste pflegen, spätestens nach zwei Monaten muß sie durch eine neue ersetzen werden. Die Realität sieht leider anders aus: Jeder fünfte Mann benutzt seine Zahnbürste ein Jahr lang; Frauen wechseln ihre Zahnbürste durchschnittlich immerhin alle sechs Monate.
Zahnseide
Zahnseide ist ein wesentliches Instrument der Mundhygiene.
Zahnzwischenräume ohne Zahnseide zu reinigen ist fast unmöglich. Das gilt auch, wenn die Zwischenräume groß sind, denn allein mit Zahnseide erreichen Sie die Ablagerungen unterm Zahnfleischrand. Sie müssen also Zahnseide benutzen, auch wenn das anfangs mühsam ist. Für Einsteiger ist gewachste Seide perfekt, denn sie rutscht leichter über die Zähne. Dreimal pro Woche sollten Sie sie mindestens benutzen. Sonst setzt sich der Belag fest und muss vom Zahnarzt entfernt werden.
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