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Rund um den Zahn
Zahnentwicklung
Als Zahnentwicklung wird die pränatal stattfindende Entwicklung der Zähne bezeichnet.
Die Zahnentwicklung beginnt etwa am 40. Tag nach der Befruchtung der weiblichen Eizelle. In der 5.-8. Schwangerschaftswoche differenzieren sich die Zahnanlagen. Man unterscheidet dabei folgende Stadien: Zahnleiste, Knoten-, Kappen- und Glockenstadium.
- Zahnleiste: ein vom Mundhöhlenepithel in das Mesoderm einwachsender Epithelstrang, von dem aus sich die epithelialen Zahnanlagen (Schmelz u. Schmelzoberhäutchen) bilden werden. Die entstandene Wulst teilt sich in eine Zahnleiste und eine Vestibularleiste, aus der sich später der Mundvorhof bildet.
- Zahnknospen: die Zahnknospe ist eine Ansammlung von Zellen ohne klare Anordnung, die in einer Verdickung angelegt sind, aus denen sich ein Zahn bilden kann. Das Zentrum der Zahnknospen wird auch als Schmelzknoten bezeichnet.
- Kappenstadium: das Kappenstadium ist ein Stadium des Wachstums und der Formveränderung, es beginnen sich die Zellen des Schmelzorgans zu differenzieren. Das innere Epithel zwischen den Rändern wird als Schmelzepithel bezeichnet, hier entstehen die späteren Ameloblasten (Adamantoblasten).
- Glockenstadium: in dieser Zeit (ca. 12-18. Woche) nehmen die Schmelzorgane eine Zahnform an, sie werden in ihrer Gesamtheit nun als Zahnpapille bezeichnet. Die Schmelz-Dentin-Grenze ist hier bereits festgelegt, Kollagenfibrillen werden gebildet, Nerven und Gefäße sprossen ein. Die Zellen um die Zahnanlage herum bilden ein festes Geflecht (Zahnsäckchen) und differenzieren sich zu Zahnhaltefasern, den Sharpey-Fasern, wenn die Zähne durchbrechen.
Alle Zähne zusammen bilden das Gebiss. Das so genannte bleibende Gebiss eines Menschen umfasst 32 Zahne, 16 im Ober- und 16 im Unterkiefer. Viele Saugetiere bilden, wie auch der Mensch, zunächst ein Milchgebiss aus, das beim Heranwachsen durch das bleibende Gebiss ersetzt wird.
Die Milchzähne dringen in einer bestimmten Reihenfolge durch das Zahnfleisch. Die ersten Zähnchen kommen im sechsten bis achten Lebensmonat. Es sind mittleren Schneidezahne im Unterkiefer. Ein vollständiges Milchgebiss besteht aus 20 Zähnen. Der erste bleibende Zahn ist meistens ein Backenzahn. Erst wenn er durch das Zahnfleisch durchgebrochen ist, (meist im fünften Lebensjahr) werden Milchzahne zu Wackelzähnen.
Die Schneidezähne im Oberkiefer sind meistens bis zur Einschulung "rausgefallen". Der Wechsel zum bleibenden Gebiss ist meist im dreizehnten Lebensjahr abgeschlossen. Ausnahmen bilden nur die Weisheitszähne. Das sind die hinteren Backenzähne, die erst im Erwachsenenalter durchbrechen.
Da das Durchbrechen der Weisheitszähne wegen Platzmangels meist zu einem gesundheitlichen Problem wird, werden sie oft gezogen oder sogar vor ihrem Durchbrechen operativ entfernt.
Der Zahndurchbruch findet zu folgenden Lebenszeiten statt:
Zahn |
Milchgebiss (Monate) |
definitives Gebiss (Jahre) |
| Schneidezahn 1 (vorderer) |
6-8 |
7-8 |
| Schneidezahn 2 |
8-12 |
8-9 |
| Eckzahn |
16-20 |
11-13 |
| Prämolarer 1 (vorderer) |
12-16 |
9-11 |
| Prämolarer 2 |
20-24 |
11-13 |
| Molarer 1 (vorderer) |
nicht vorhanden |
6-7 |
| Molarer 2 |
nicht vorhanden |
12-14 |
| Molarer 3 (Weisheitszahn) |
nicht vorhanden |
17-40 |
Quelle: www.onmeda.de
Diese Angaben sind lediglich grobe Richtwerte, die teilweise erheblichen Veränderungen unterliegen. Sowohl ein frühzeitiger als auch ein verspäteter Zahndurchbruch haben keinen Krankheitswert. Im Zweifelsfall kann durch eine Röntgenuntersuchung letzteres von einer wirklichen Nichtanlage der Zähne unterschieden werden. Bei Anlage des dritten Backenzahns, des so genannten Weisheitszahns, ist der Durchbruch nicht genau festgelegt. Des Weiteren können sogar noch Anlagen zusätzlicher Backenzähne vorhanden sein.
Die Zähne werden nach Funktion und Aufbau unterschieden:
- 1. und 2. Schneidezahn
- Eckzahn
- 2 Prämolaren (Vor- Backenzähne)
- Backenzähne
Entwicklungsstörungen des Zahnhartgewebes
Es gibt sowohl primäre, angeborene Störungen und sekundäre, erworbene Veränderungen.
Die erste Kategorie umfasst Veränderungen in Form, Zahl und Größe der Zähne. Hier gibt es viele Krankheitsbilder, die mit einer Unterzahl, Überzahl oder Form-Größen-Veränderung von Zähnen einhergehen. Es gibt dabei angeborene Nichtanlagen, wie familiär gehäuftes Fehlen der 2. Schneidezähne, oder eine erworbene Über- oder Unterzahl aufgrund einer zufälligen lokalen Störung der Entwicklung im 2. Schwangerschaftsmonat (nicht erblich), wie sie beispielsweise bei den Lippen-Kiefer-Gaumenspalten vorliegt. Als Formveränderungen gibt es Verschmelzungen, Zwillingsbildungen sowie die typische Formveränderung bei angeborener Syphilis: Die oberen mittleren Schneidezähne sind tonnenförmig aufgebaut und zeigen an der Schneidekante eine halbrundförmige Aussparung.
Als zweite Kategorie kann man Störungen der Bildung der Zahnhartsubstanzen zusammenfassen, die u.a. bei Verletzungen (Traumata), Infektionskrankheiten, Rachitis oder genetischen Defekten auftreten können. Die Erscheinungsbilder gehen teilweise bis zum völligen Fehlen des Schmelzüberzugs.
Eine dritte Kategorie umfasst verschiedene Zahnverfärbungen. Hierbei gibt es Einlagerungen oder Auflagerungen. Ursachen können chemische oder traumatische Einflüsse oder innere Erkrankungen, vor allem der Leber, sein. Es gibt hell erscheinende Flecken, aber auch rötliche (z.B. Blut), gelb-bräunliche (z.B. Tetrazyklinschäden), schwarze (z.B. Quecksilber) und selten auch grünliche Verfärbungen (z.B. Leberveränderungen). Die vorhandenen Schäden sind nicht rückgängig zu machen, sie lassen sich ggf. nur mittels Überkronung oder durch prothetische Maßnahmen beheben.
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