 |
    
    
    
    
Kranke Zähne
Zahnschmerzen
Apikale Ostitis
Typisch für die Schmerzqualität bei der apikalen Ostitis (Bild 3) ist das Hinzutreten des Klopfschmerzes. Je nach Schmerzstärke tritt es erst nach der Klopfprobe mit einem zahnärztlichen Instrument auf (z.B. Griff der zahnärztlichen Sonde) oder wird anamnestisch vom Patienten als leichte Aufbissbeschwerden oder starke Aufbissschmerzen beschrieben. Der Zahn kann gelegentlich so stark berührungsempfindlich sein, dass ihn der Patient nicht einmal mit seiner Zunge berühren kann. Auf Kältereiz (durch die Vitalitätsprobe) reagiert der Zahn eventuell gar nicht mehr. Er kann auch noch positiv reagieren (starke Schmerzen durch den Kältereiz), wenn die Pulpa noch nicht völlig abgestorben ist.
Es gibt oft fließende Übergänge zwischen der Pulpitis und der apikalen Ostitis. Besonders die Perkussionsprobe kann bereits bei der Pulpitis eine leichte Klopfempfindlichkeit ergeben, da die ersten Toxine bereits die Wurzelspitze erreicht haben. Eine positive Perkussionsprobe spricht immer für einen Entzündungsprozess im Knochenbereich um die Wurzelspitze.
Bei der apikalen ostitis muss dann differentialdiagnostisch abgeklärt werden, in welchen der vier möglichen Stadien (periapikal, enossal, subperiostal, submukös) sie sich befindet. Das geschieht mittels Röntgenbild und Abtasten des vestibulären Bereiches des Kieferknochens in Höhe der Wurzelspitze (im Mundvorhof).
Gangrän
Bei einer Gangrän kann eventuell jeglicher Zahnschmerz fehlen. Manchmal sind anamnestisch stärkere Zahnschmerzen vor einigen Monaten zu eruieren. Wegen des typischen, starken, jauchigen, ekelerregenden Geruchs in der meist vorhandenen kariösen Kavität fällt die Diagnose allerdings nicht schwer. Sollte jedoch die gangränöse Pulpa durch eine intakte Kavität verschlossen sein, dann kann sich in der Pulpa ein enormer Druck mit entsprechenden starken Schmerzen und den Symptomen einer Pulpitis bzw. einer apikalen Ostitis aufbauen.
Eine chronische apikale Ostitis verläuft meist völlig beschwerdefrei und schmerzfrei. Auch hier gab es typischerweise in der Anamnese (vor einigen Wochen bis Monaten) stärkere Schmerzen. Meist sichert das Röntgenbild die Diagnose.
Atypische Zahnschmerzen
Weitgehend ungeklärt ist die Ursache atypischer Zahnschmerzen (engl. atypical odontalgia), bei denen der Schmerz nicht mit einer erkennbaren physischen Beeinträchtigung von Zahn oder Zahnfleisch einhergeht. Zudem kann die schmerzende Stelle wechseln. Oft geht dieser Schmerz mit einer verstärkten Druckempfindlichkeit einher. Die Dauer kann von wenigen Tagen bis zu chronischem Schmerz variieren.
Verlauf und Symptome
Zahnschmerzen, selbst wenn sie in einem erträglichen Ausmaß anzusiedeln sind, führen sehr schnell zu einer Schwellung der Mundbereiche, die sich im Bereich der Schmerzquelle befinden, was sich an der typischen geschwollenen, "dicken" Backe zeigt. Des Weiteren geht der Schmerz bei Entzündungen mit einem "Pochen" einher, so als habe sich der spürbare Puls auf die schmerzenden Bereiche ausgedehnt (siehe auch: Abszess). Dies liegt wie bei allen Schmerzfällen, insbesondere in denen Nervenstränge besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden (vergleiche Verstauchungen, etc.), an der dadurch angeregten stärkeren Durchblutung. Die Kühlung des entsprechenden Bereiches schränkt die Durchblutung ein und hilft so, den Schmerz zu reduzieren.
Vorbeugung, Behandlung und Heilung
Regelmäßige und gründliche Zahnpflege reduziert die Menge an schädlichen Bakterien im Mundraum erheblich. Auch beginnende Schädigungen lassen sich damit aufhalten bzw. manchmal gar zurückbilden. Bereits stark angegriffene, schmerzende Zähne müssen allerdings vom Zahnarzt behandelt werden, je nach Ursache durch Füllungen, eine Wurzelkanalbehandlung oder Parodontitisbehandlung.
|
 |
|
 |
|
 |