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Zahnfleischbluten

Zahnfleischbluten ist das Resultat einer entzündlichen Erkrankung der Gingiva (Zahnfleisch).

Anzeichen

Äußere Anzeichen sind eine rot gefärbte, meist auch leicht geschwollene Gingiva (Zahnfleisch) und Zahnfleischbluten, mitunter intensiv und auch bei der geringsten Berührung.

Dies gilt besonders für die "Schmutzgingivitis" und die Gingivitis aus hormonellen Gründen. Wenn die Gingiva blass ist und trotzdem blutet, beruht dies eben dann nicht immer auf einer Entzündung sondern auf körperlichen Mangelzuständen oder Vergiftungen. (Eisenmangel, Vitaminmangel u.a.)

Mögliche Ursachen

Parodontitis

Wenn ein paar Tage die Zähne nicht sorgfältig genug geputzt werden, bildet sich darauf bakterieller Zahnbelag (Plaque). Er enthält nicht nur Speisereste, sondern auch Bakterien. Diese scheiden als Stoffwechselprodukte zahnschädigende Säuren und Giftstoffe aus. Diese Giftstoffe (Endotoxine) sind in der Lage, in das Zahnfleisch einzudringen und sich dort anzureichern. Das Immunsystem setzt sich gegen diesen Angriff zur Wehr. Es entsteht eine akute Entzündung.

Diese Entzündung äußert sich nicht bei jedem Patienten in der gleichen Intensität. Es gibt Faktoren, die auch bei extrem ungepflegten Zähnen kein Bluten entstehen lassen.

Das Zahnfleisch blutet entweder durch chemischen, hormonellen, bakteriellen oder mechanischen Reiz.

Bei nicht gepflegten Zähnen entsteht zunächst ein Plaque-Bakterienfilm am Rand zwischen Zahnhals und Gingiva (Zahnfleisch). Man unterscheidet zwischen festem (attached) und beweglichem Zahnfleisch. Das feste Zahnfleisch bildet den "sulcus", den Graben zwischen Zahnhals und Zahnfleisch. Unter der sich dann ansiedelnden Plaque, die aus Speiseresten, Fetten, Emulsionen, Eiweißen und Zuckern besteht, siedeln sich zunächst nur die "harmlosen" ubiquitären (überall vorkommenden) Enterokokken an. Diese sind unbewegliche Kugeln, die oft in paketen oder Schnüren zusammenhängen und sehr widerstandsfähig sind. Sie bilden eine sog. "Zucker-Proteinmatrix".

Wird weiterhin nicht geputzt, siedeln sich unter dieser schützenden Matrix sozusagen als Mitbewohner bewegliche Milchsäurestäbchen und andere Bakterien an, die nicht unbedingt Sauerstoff zum Leben brauchen. Man nennt sie fakultativ anaerob. Es sind Spirochäten, Chlamydoforme und andere, aber auch Pilze und andere Mikroorganismen.

Sie setzen Schwefel zu Schwefelwasserstoff um und erzeugen so Mundgeruch. Neben Blutungen scheint das Zahnfleisch aufgrund der Entzündung auch gerötet und geschwollen. Man redet von einer Schmutzgingivitis. An diesem Punkt kann meist durch gründliches Entfernen der harten und weichen Beläge der gesunde Zustand wiederherstellen. Beim Fortschreiten der Gingivitis kann es zur Parodontitis kommen.

Antikoagulantien & Leberschäden

Werden aus therapeutischen Gründen gerinnungshemmende Medikamente für einen längeren Zeitraum eingenommen, können auch kleinere Verletzungen im Mund zu längeren Blutungen führen. Vor oralchirurgischen Eingriffen muss darum der aktuelle INR überprüft werden, um Komplikationen frühzeitig zu vermeiden. Gleiches gilt auch für Blutungen bei Leberschädigungen. Hierbei werden verschiedene Gerinnungsfaktoren des Blutes nicht ausreichend produziert und die Blutstillung erfolgt verzögert.

Weitere Faktoren

Neben der Schmutzgingivitis kann es auch noch andere Gründe für Zahnfleischbluten geben:

  • Vitamin-C-Mangel
  • Schwangerschaft
  • Bluterkrankheit (Hämophilie)
  • Leukämie
  • Behandlung der Epilepsie mit Hydantoin (Nebenwirkung)
 

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